Projekte mit Schülern

Jeder „normale“ Geschichts- und sozialwissenschaftlicher Unterricht bietet Möglichkeiten, besondere Aspekte unserer Geschichte vor der “Haustür“, in der eigenen Schule zu einem Projekt zu machen, in dem Schülerinnen und Schüler auf Spurensuche gehen. In jedem Fall aber sind dazu Daten besonders markanter und bedeutungsvoller Erinnerung geeignet, zumal wenn sie als Projekttage gestaltet werden können. Besonders jedoch kann eine kleine Gruppe sehr motivierter freiwillig arbeitender Jugendlicher (als AG. o ä.) in die Recherche einsteigen, die Ergebnisse in verschiedenen, besonders „schüleraffinen“ Formen dokumentieren und der Schulgemeinde präsentieren. Oder auch an einem Wettbewerb teilnehmen.

Wir stellen unsere beiden Arbeiten, mit denen wir uns mit verschiedenen Schülergruppen am bundesweiten Denkt@g Wettbewerb 2014 und 2016 beteiligt haben, auf dieser Website vor.

Projekt "Zweitzeugen" 2014

Der Beitrag „Zweitzeugen“ von 2014 hatte zum Anlass eine Auschwitz-Reise in den großen Ferien 2013 mit einer Gruppe freiwilliger Schülerinnen und Schüler. Die Eindrücke und Erfahrungen waren so intensiv und nachhaltig, dass daraus weitere Projekte bearbeitet wurden: ein Film über die Reise, eine öffentliche Veranstaltung für Schüler/Innen anderer Schulen in Herten zum Holocaust-Gedenktag im Januar 2014, eine Erinnerung an Zwangsarbeiter in einem Lager auf dem Schulhof des Städtischen Gymnasiums Herten.

Mit diesem Engagement gelang der Gruppe eine so tolle Website, dass sie dafür mit dem 1. Preis belohnt wurde.

Denkt@g 2017 - Gewinner 2014/2015

Wir haben verschiedene Varianten von Projekten immer wieder mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt und stets die Erfahrung gemacht, dass historische Fakten allein nicht zwingend zu Erkenntnissen führen, sondern besonders die Unmittelbarkeit der Vorstellung und Erfahrungen von Ereignissen der Geschichte in der eigenen Stadt, in der eigenen Schule entscheidend dazu beitragen, ein kritisches historisch-politisches Bewusstsein zu entwickeln.
 
Mit anderen Worten: Es reichen nicht allein historische Kenntnisse und Verstand, es muss eine Herzensangelegenheit werden, Varianten von Ausgrenzung, Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in unserem Land zu erkennen, zu analysieren und dagegen aufzutreten.  Insofern können junge Menschen den „Auftrag“ ernst nehmen, der von allen Überlebenden der Holocaust und der Nazi-Diktatur immer wieder klar formuliert wurde und wird: Erinnert an uns, klärt auf, vergesst niemals!

Als Lehrer wussten wir schon lange: Es gibt im Schularchiv unseres seit 1904 bestehenden Gymnasiums auch Akten von Schülerarbeiten aus der NS-Zeit, Erlasse, Protokolle…. Nur leider wussten wir auch: Diese sind im wahrsten Sinne staubtrocken, unaufbereitet, unlesbar (Sütterlin-Hand-Schrift!). Wir hatten also mit wenigen, motivierten Schülern bei Null anzufangen, die Anfangsmotivation einer größeren Schülergruppe schien uns gering – doch unerwartet half uns eine alte Vorlage aus den 1990er Jahren: Damals wurde eine „Rassenkunde-Stunde“ live nachgespielt, es gab eine Aufzeichnung und die Schüler waren hochmotiviert, sich damit auseinanderzusetzen und daraus Film und Website zu gestalten.

Das Ergebnis erhielt 2017 den dritten Preis des Denkt@g-Wettbewerbes:

Denkt@g 2016 - Geschichte provoziert