Familiengeschichten

Tanja Ronen beschreibt das Verfolgungsschicksal Ihrer Familie

Mit der Gestapo als Taxi zurück zu den Eltern
Wie geht das? Ich bin zu jung für die Auswanderung nach Palästina, sehe aber blond und blauäugig aus und verschweige gegenüber den Gestapo-Leuten natürlich, dass ich ein jüdisches Kind bin.
Die Eltern und Großeltern waren natürlich entsetzt, als der Vater von Tanja Ronen, damals heranwachsender Junge, aus dem Auto der Gestapo stieg.

Lorenz S. Beckhardt: Mein Großvater Fritz

Der Journalist Lorenz S. Beckhardt liest aus seinem Buch “Der Jude mit dem Hakenkreuz“, aufgezeichnet am 27. September 2018 in den Räumen der VHS Recklinghausen.

Überleben der jüdischen Vorfahren nach 1933 – Deportation und Ermordung in Riga 1942. Widersprüche in der Geschichte der Vorfahren der Familie Beckhardt in der NS-Zeit
„So sieht ein deutsches Mädel aus. Dich würde ich sofort adoptieren“, begeisterte sich der SS-Mann in schwarzer Uniform mit Totenkopf am Revers über das jüdische Kind Melitta, die spätere Mutter von Lorenz S. Beckhardt.

Chaja Kaufmann: Meine Familie aus Gladbeck

„Wir sind aufgewachsen auf einer ganz kleinen jüdischen Insel.“

Wie integriert die Familie in Gladbeck war, welches Ansehen sie genoss, all das berichtet Chaja Kaufmann über ihre Großeltern Max und Ida. Und dennoch wird die Lage der jüdischen Kaufmannsfamilie in Gladbeck immer grauenvoller. Sie muss die Pogrome in der Nacht vom 9./10. November 1938 erleben und überleben.

Chaja Kaufmann befragt ihre Cousine Batja Henner

“Ich weiß nicht viel über Dich“ so beginnt Chaja das Gespräch mit ihrer 20 Jahre älteren Cousine Batja, die zum 9. November 2018 aus Israel nach Gladbeck gereist ist. Die Beiden begegnen sich in diesen Tagen zum ersten Mal in ihrem Leben. Batjas Mutter und Chajas Vater sind Geschwister und Kinder von Max und Ida Kaufmann, der jüdischen Familie aus Gladbeck. Batja erzählt, wie sie mit ihren Eltern Ende Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen wird, dann aber weiter in Richtung Osten, bis Taschkent in der damaligen Sowjetunion, fliehen kann.

Jan Erkelenz: Meine halbjüdische Großmutter Bini

Jan Erkelenz berichtet über seine niederländische halbjüdische Großmutter Bini, die sich als junge Frau in einen deutschen Besatzungssoldaten verliebt, was selbstverständlich verboten und somit sehr gefährlich war.

Auch der junge deutsche Soldat meint es ernst und desertiert.

Das Gespräch fand am ‎7. ‎Juli ‎2016 in Recklinghausen statt.

Charlotte und Georg Nomburg

Charlotte Heymann aus Braunschweig und Georg Nomburg aus Breslau, Schlesien, heirateten am 27. Dezember 1921. Im Stadtarchiv Coburg liest man heute: „Die Brüder Georg und Hans Nomburg betrieben in Coburg ein Textilwarengeschäft. Beide besaßen die polnische Staatsbürgerschaft, beantragten aber einen deutschen Pass. Georg Nomburg erhielt ihn 1922, sein Bruder 1926. Gleichzeitig begannen die Nazis mit ihrer Hetzkampagne gegen die Nomburgs.

Familie Wikkerink

„Ich bin kein Held. Ich habe das getan, was ich tun musste!“ – Nicht sehr viel mehr sagte „Ohm Jan“, Wikkerink seinen Kindern und Enkeln über die Zeit der deutschen Besatzung in den Niederlanden.

Er war einer der führenden Köpfe von mutigen Menschen, die ein Widerstands-Netz gesponnen hatten, um viele von Deutschen Verfolgte zu verstecken und ihnen damit das Leben zu retten.

Jan Wikkerink und weitere „stille Helfer“ für die Untertaucher

Marian Nijman-Hijink vom Aaltener Untertaucher-Museum (Niederlande) berichtet, dass drei mutige und entschlossene Initiatoren 1942 ein landesweites Unterstützer-Netzwerk aufbauten, das viele von den Nazis Verfolgte verstecken und retten konnte. Darunter waren Juden, Sinti und Roma, Kriegsgefangene u.a..

Eine wichtige Rolle in der Region Aalten spielte dabei Jan Wikkering mit seiner Familie, besonders auch seine Tochter Jo, die als Kurierin unterwegs war.