Gedenkveranstaltungen

Gedenkfeier am 27. Januar 2018 im Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg

Auch ihre Krankenakte ist vernichtet.

Diesen Satz musste Helmlut Monzlinger von der Gedenkstätte Treise-Kapelle allzu oft vorbringen, wenn es darum ging, einige ausgewählte Schicksale von Euthanasieopfern aus dem Kreis Recklinghausen vorzustellen.

Gedenken auf dem Jüdischen Friedhof Recklinghausen 2017

Jedes Jahr Anfang November, seit 1945, gedenkt die jüdische Kultusgemeinde Recklinghausen ihrer nach Riga deportierten Mitglieder in einer Feierstunde auf dem jüdischen  Friedhof, so auch am 5. November 2017.

Wir dokumentieren die Redebeiträge von Landrat Cay Süberkrüb, dem Überlebenden Rolf Abrahamsohn und dem Journalisten Lorenz S. Beckhardt.

Landrat Cay Süberkrüb

„Es wird, kann und darf keinen Schlussstrich geben“ in der Erinnerung an die Katastrophe und in der Auseinandersetzung um die Geschichte von Nazi-Deutschland.ährende Verpflichtung“, die demokratischen Errungenschaften unserer Gesellschaft, Menschwürde für alle, zu verteidigen.

Rolf Abrahamsohn

„Seit 1945 bin ich hier, jedes Jahr am 3. November  bin ich zum Friedhof gegangen!
So berichtet der 92jährige Rolf Abrahamsohn, der einzig Überlebende seiner Familie, die 1942 aus Recklinghausen ins Ghetto Riga deportiert wurde.

Lorenz S. Beckhardt

Es sieht so aus, als ob wir die „Illusion, Deutschland als Ganzes habe aus seiner Geschichte gelernt, aufgeben müssen.“ Der Journalist und Autor seiner jüdischen Familiengeschichte, Lorenz S. Beckhardt, zeigt klar und deutlich die gegenwärtigen politischen Tendenzen bei uns als brandgefährlich auf.

Gedenken zum 9. November am Kugel-Mahnmal in Recklinghausen

"Die Erinnerung an die Reichspogromnacht 9./10. November 1938 erinnert uns an die Pflicht, aus der Vergangenheit zu lernen", so formulierte der Recklinghäuser Bürgermeister Christoph Tesche in seiner Rede. Wie jedes Jahr versammelten sich am Abend des 9. November 2017 am Kugel – Mahnmal, unweit der alten, zerstörten und der neuen Synagoge in Recklinghausen, ungefähr 200 Menschen, um der jüdischen Opfer der Pogromnacht, der Opfer in den Konzentrationslagern, wie auch aller Opfer der Nazizeit zu gedenken.

Erinnern in der Neuen Synagoge Gelsenkirchen

„Wenn eure Stimmen verklungen sind, sind wir verloren.“

Dieser Satz aus dem Text der Oper „Die Passagierin“ *) bleibt, so Klaus Hermandung, unser Programm in Gesprächen mit den heute noch Überlebenden der Nazi-Zeit und auch danach. In der Neuen Synagoge in Gelsenkirchen befragte er die überlebende getaufte Jüdin, Schwester Johanna Eickmann aus Dorsten, über ihr Leben während und nach der Nazizeit.

*) Die Oper „Die Passagierin“ wurde zeitgleich Im Januar 2017 im Theater im Revier in Gelsenkirchen aufgeführt und setzt sich mit einer dramatischen, vermutlich fiktiven, Begegnung einer ehemaligen KZ-Aufseherin mit einer ihrer besonderen Häftlingsfrauen.

„Wir können nie wieder auf deutschem Boden wohnen“ zitierte Klaus Hermandung, der Moderator des Erinnerungsgesprächs in der neuen Jüdischen Synagoge, am 7. Februar 2017, ein den Nazi-Terror überlebendes jüdisches Ehepaar.

Ganz im Gegensatz dazu entschied Kurt Neuwald, Vater der jetzigen Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen nach dem Krieg: Wir kehren wieder in unsere Heimatstadt zurück.